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Ari: Ein neues Leben hat begonnen

Aktualisiert: 20. Apr.

Erstveröffentlichung: November 2021 Aktualisiert im April 2026: Dieser Beitrag wurde um aktuelle Entwicklungen ergänzt.


Eine Strasse mit der Silouette einer Frau.

Ari ist erst 22-jährig. Was sie in ihrem jungen Leben alles durchgemacht und erdulden musste, ist beinahe unvorstellbar. Ihre Kindheit hat sie in mehr Heimen und Notunterkünften verbracht, als sie Lebensjahre zählen kann. 32-mal wurde sie von einem Pflegeheim ins andere geschoben. Bereits vor ihrem sechsten Lebensjahr wurde ihr Ritalin verabreicht – der scheinbar einfachste Weg, um die traumatischen Folgen ihrer Kindheit in einem der problematischsten Viertel Jerusalems zu unterdrücken.


Geprägt von dem vielfachen Missbrauch ihres Vaters und ihres Bruders, floh sie im Alter von nur zwölf Jahren von zu Hause. Wie überlebt eine Zwölfjährige auf der Strasse von Jerusalem? Für eine Jugendliche mit dieser Vorgeschichte ist der Weg unter diesen Umständen fast vorbestimmt. Die Schule konnte sie nicht abschliessen, und so kämpfte sie sich durch ihre Teenagerjahre in prekären Lebensumständen auf der Strasse. Ihre Flucht führte sie in die Prostitution und Ausbeutung – eine ausweglose Situation, ein kaputtes Leben.


Der Wendepunkt


Doch dann kam etwas, woran Ari schon lange nicht mehr glaubte und nicht einmal mehr zu hoffen wagte. Sie fand Zuflucht in einem Schutzhaus. Die Mitarbeitenden erkannten ihr Potenzial und stellten den Kontakt zu Hope Center her. Damit begann ein neues Kapitel in Aris jungem Leben.

Der Weg in ein freies, selbstbestimmtes Leben rückt für sie in greifbare Nähe. Es wird ein langer und schwerer Weg. Was Ari erleiden musste, ist mit dem Schritt in dieses neue Kapitel nicht einfach beendet. Vieles muss gelernt und erarbeitet werden, viele Wunden müssen heilen. Doch Ari muss diesen Weg nicht alleine gehen: Sie wird von Menschen begleitet, die sie unterstützen und fördern.


Als Teil der Initiative 2021–2023 nimmt sie nun am einzigartigen, 24-monatigen Ausbildungsprogramm teil, das ihr grundlegende Bildung für den Eintritt in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebt Ari ganzheitliche Unterstützung durch Menschen, die mehr an ihre Ziele glauben als sie selbst. Obwohl sie mit Legasthenie zu kämpfen hat, ist sie sehr intelligent und wissbegierig, sodass sie ihrem Traum, Schauspielerin zu werden, auf diesem Weg immer näherkommt.


Update 2026: Wo Ari heute steht


Es sind einige Jahre vergangen, seit wir von Aris Geschichte erzählt haben. Sie hat das zweijährige Programm bei uns im Hope Center als eine der Ersten erfolgreich abgeschlossen. Sie fand eine Stelle in einem Kleiderladen in Tel Aviv, wo sie längere Zeit arbeitete. Später wagte sie einen nächsten Schritt, kündigte ihren Job und zog nach Haifa.

Dort begann sie, selbstständig Hochzeitsfrisuren zu machen.

Sie konnte sich sogar einen Traum erfüllen und beantragte einen Pass, um einmal in einen Kurzurlaub zu fahren.


Der Kontakt zu Ari ist heute weniger geworden. Sie hat sich in Haifa ein neues Umfeld aufgebaut, mit dem sie ihr Leben teilt und das sie auf ihrem weiteren Weg begleitet.

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