Muskathlon Schweiz 2026 in Nottwil: 42 Menschen gehen für glowbalact an den Start
- Miriam Steiner

- vor 3 Tagen
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 21 Stunden
Am Samstag, 29. August 2026, fand in Nottwil der Muskathlon Schweiz statt. Die Teilnehmenden stellten sich laufend oder wandernd einer persönlichen sportlichen Herausforderung und sammelten gleichzeitig Spenden für einen der beiden Charity-Partner glowbalact und Compassion.
42 Muskathletinnen und Muskathleten gingen für glowbalact an den Start. Sie liefen oder wanderten zwischen 10,5 und 42 Kilometern und sammelten in den Monaten vor dem Event Spenden für Frauen, die nach Menschenhandel und Ausbeutung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben sind.
Drei Starts und ganz viel Vorfreude

Nach und nach trafen die ersten Teilnehmenden ein. Sie holten ihre Startnummern und Muskathlon-Shirts ab, zogen sich um und machten sich für ihren Lauf oder ihre Wanderung bereit. Um 8.30 Uhr standen die ersten Teilnehmenden an der Startlinie bereit. Der Countdown wurde heruntergezählt und die Marathon- und 31-km-Läufer sowie die 21-km-Wandergruppe machten sich auf den Weg.
Jetzt hatte der Muskathlon 2026 wirklich begonnen.
Eine Stunde später stand bereits der zweite Start an. Kurz davor kam Severin von seiner ersten von vier 10,5-km-Runde zurück. Er wurde bejubelt und abgeklatscht, verpflegte sich kurz und machte sich direkt auf die nächste Runde.
Dann stellte sich die 10,5-km-Wandergruppe an der Startlinie auf. Matthias Oppliger von glowbalact und Philippe Genre von Compassion erinnerten die Teilnehmenden vor dem Start nochmals daran, für wen sie an diesem Tag unterwegs waren und Spenden gesammelt hatten. Um 10 Uhr folgte der dritte und letzte Start der 10,5-km-Läufer.
Anfeuern, abklatschen und Zieleinläufe feiern
Von da an war im Start- und Zielbereich ständig etwas los. Die Teilnehmenden kamen nach ihren Runden vorbei, wurden von Familie und Freunden angefeuert und abgeklatscht, verpflegten sich kurz und machten sich wieder auf den Weg.
Nach und nach folgten die ersten Zieleinläufe. Sobald in der Ferne jemand zu erkennen war, kamen die Leute beim Ziel zusammen und feuerten die letzten Meter mit an. Farid wartete bereits mit den Medaillen und hängte sie den Teilnehmenden im Ziel um.
Als die meisten ihre Strecke geschafft hatten, gab es im Schatten ein feines Risotto mit Salat und zum Dessert Kaffee und Kuchen. Die Teilnehmenden sassen mit ihren Familien und anderen Muskathleten zusammen, besuchten die Stände der drei Organisationen und hatten Zeit für Gespräche.
Zu diesem Zeitpunkt waren aber noch nicht alle im Ziel: Salome war auf ihrer letzten Runde des Marathons unterwegs. Regine, Rachel und Familie Bron absolvierten noch ihre zweite Runde der 21-km-Wanderung.
Mirko, Bernhard, Mirka und Matthias auf ihren letzten Metern kurz vor dem Ziel.
Wenn mitten in der Impact Story alle zum Anfeuern aufstehen
Um 13.30 Uhr versammelten sich die Teilnehmenden und Gäste für die Impact Stories der beiden Charity-Partner. Während vorne erzählt wurde, was mit den gesammelten Spenden möglich wird, gingen die Blicke immer wieder nach hinten Richtung Ziel.
Und tatsächlich: Mitten in der ersten Impact Story waren plötzlich Regine und Rachel in der Ferne zu sehen.
Die Impact Story wurde kurzerhand unterbrochen und alle standen auf, um die beiden auf ihren letzten Metern anzufeuern. Sie wurden so laut angefeuert, dass sie sogar noch zu einem kleinen Schlussspurt ansetzten und die letzten Meter ins Ziel rannten. Danach ging es mit den Impact Stories weiter.
Tabea von glowbalact war fast am Ende ihrer Erzählung, als Salome nach 42 Kilometern auf die Zielgerade kam. Wieder standen alle auf, klatschten und feuerten sie auf den letzten Metern an. Im Ziel wurde sie von ihrer Familie und ihrem jüngeren Bruder David in die Arme genommen. Er war an diesem Tag selbst 10,5 Kilometer gelaufen.
Jetzt fehlte nur noch Familie Bron, die gemeinsam die 21 Kilometer wanderte.
Regine und Rachel auf ihrem Schlussspurt und Salome kurz vorm abklatschen
mit Melanie bei ihrem Zieleinlauf.
Der letzte Zieleinlauf beim Muskathlon 2026
Zurück im Zelt bedankten sich die beiden Charity-Partner bei den Teilnehmenden. Zum Abschluss sprach Nathalie Schranz, die Verantwortliche des Muskathlon-Events.
Gerade als sie ihre letzten Worte gesprochen hatte, erhielt sie die Nachricht, dass die letzte Familie bald eintreffen würde. Eigentlich war der offizielle Teil damit beendet und die Teilnehmenden wollten sich langsam auf den Heimweg machen. Doch als sie hörten, dass die Familie bald ins Ziel kommen würde, gingen nochmals alle zum Ziel. Sie stellten sich auf beiden Seiten der Zielgeraden auf und warteten.
Es dauerte noch einen Moment. Doch dann bog die fünfköpfige Familie plötzlich um die Ecke.
«Es war die schönste Erfahrung meines Lebens.» – Tymaël, Muskathlet
Sofort wurde gejubelt und geklatscht. Auf ihren letzten Metern lief die Familie zwischen den wartenden Menschen hindurch und wurde bis über die Ziellinie mit einer grossen Welle empfangen. Die fünf nahmen voller Freude und Stolz ihre Medaillen entgegen und machten gemeinsam ihr wohlverdientes Finisher-Foto.
Später erzählte Cristina, die Mama, dass Matteo so berührt davon war, dass alle auf sie gewartet und sie gemeinsam im Ziel empfangen hatten, dass ihm die Tränen kamen. Sein Bruder sagte ihr am Abend, es sei die schönste Erfahrung seines Lebens gewesen.
Für uns fasst dieser Zieleinlauf den Muskathlon ziemlich gut zusammen: die eigene Strecke absolvieren und gleichzeitig die anderen anfeuern und unterstützen – bis auch die Letzten im Ziel sind.
Die ganze Muskathlon-Community empfangen Familie Bron mit einer Welle und Jubel.
Was ist der Muskathlon?
Der Muskathlon ist ein Charity-Sportevent von 4M Switzerland, bei dem die Teilnehmenden eine persönliche sportliche Herausforderung mit einer Spendenaktion verbinden.
Bereits vor dem Event sammeln die Muskathletinnen und Muskathleten in ihrem persönlichen Umfeld Spenden für einen der Charity-Partner. Beim Muskathlon Schweiz 2026 in Nottwil standen Lauf- und Wanderdistanzen zwischen 10,5 und 42 Kilometern zur Auswahl.
CHF 53'005 für Frauen nach Menschenhandel und Ausbeutung
Bereits Monate vor dem Start in Nottwil begannen die 42 Teilnehmenden mit ihren persönlichen Spendenaktionen. Sie erzählten Familie, Freunden und Bekannten, warum sie beim Muskathlon mitmachen, verschickten Nachrichten und teilten ihre Aktionen.
Bis heute sind dadurch CHF 53'005 für die Arbeit von glowbalact zusammengekommen.
Was bedeutet dieser Betrag konkret? Mit den bisher gesammelten Spenden können wir rund 15 Frauen während ungefähr zwei Jahren begleiten.
Diese Begleitung beginnt mit unserem dreimonatigen Kurs. Dort unterstützen wir die Frauen dabei, ihre eigenen Stärken zu entdecken und sich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten – beispielsweise indem sie einen Lebenslauf erstellen, Vorstellungsgespräche üben und sich mit ihrer finanziellen Situation auseinandersetzen. Danach werden sie über ungefähr zwei Jahre individuell von unseren Sozialarbeiterinnen auf ihrem Weg in eine Arbeitsstelle begleitet. Je nach Situation unterstützen sie die Frauen bei der Jobsuche und bei Bewerbungen, bei Herausforderungen bei der Integration in einen neuen Arbeitsplatz oder bei der Bewältigung persönlicher Schwierigkeiten und Traumafolgen.
Der aktuelle Spendenstand ist noch nicht das Endergebnis: Die persönlichen Spendenseiten bleiben bis zum 30. September 2026 geöffnet.
Danke an unsere Muskathletinnen und Muskathleten
Hinter den CHF 53'005 stehen 42 Menschen, die für ihre sportliche Herausforderung trainiert, ihre Lauf- oder Wanderstrecke absolviert und in ihrem persönlichen Umfeld über Menschenhandel, Ausbeutung und unsere Arbeit gesprochen haben.
Herzlichen Dank für euren Einsatz, eure Zeit und jeden einzelnen Kilometer. Danke auch an eure Familien und Freunde, die euch in Nottwil begleitet und angefeuert haben, und an alle, die eine der Spendenaktionen unterstützt haben.
Alle unsere Muskathletinnen und Muskathleten in Bildern
Einige habt ihr im Artikel bereits gesehen, hier folgen die weiteren unserer Teilnehmenden, die für glowbalact gelaufen oder gewandert sind.




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