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Sexualisierte Gewalt im Krieg

Eine verheerende Waffe und ihre zerstörerischen Folgen Sexualisierte Gewalt ist eine Kriegswaffe. Diese barbarische Praxis wird gezielt eingesetzt, um Macht und Kontrolle auszuüben, die sogenannten Gegner:innen zu demütigen und ganze Gemeinschaften, denen sie angehören, zu demoralisieren. Wie die Forscherin Marta Havryshko betont, spielt sie in Kriegen die Rolle des Terrors und der Bestrafung. Eine Bevölkerung, die auf diese Weise terrorisiert wird, ist weniger bereit, Widerstand zu leisten. (Tagesschau.de: 24.02.2023)

In Konflikten sind Frauen den Schrecken des Krieges und oft zusätzlich geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Die psychischen und physischen Folgen für die Betroffenen sind verheerend und reichen von posttraumatischen Belastungsstörungen bis hin zu Schwangerschaften infolge von Vergewaltigungen. Wie Gina Bachmann und Rafaela Roth (NZZ: 6.12.23) so treffend formulieren:

Es gibt Waffen, die werden geächtet, selbst im Krieg.  Streumunition etwa, perfide Bomben. (...) Ihre Teile bohren sich in die Erde wie Minen, entfalten ihre tödliche Wirkung über Jahre hinweg, töten schleichend, töten, wenn längst wieder Frieden ist. Vergewaltigung als Kriegswaffe funktioniert ähnlich.

Patriarchale Strukturen und ihre Auswirkungen

Vergewaltigung im Krieg ist eng mit den patriarchalen Strukturen verbunden, die den weiblichen Körper als Besitz betrachten und die Ehre der Familie an seine Unversehrtheit knüpfen. Gewalt an Frauen wird instrumentalisiert, um anderen Männer in ihrer Rolle als “Beschützer” zu demütigen.


Der Kampf gegen sexualisierte Gewalt

Sexualisierte Gewalt im Krieg ist kein neues Phänomen, wird aber erst seit dem Bosnienkrieg als gezielte Kriegstaktik erkannt. Aus der Ukraine, aus Syrien und jüngst aus Israel erreichen uns erschütternde Berichte.

Sie ist eine eklatante Menschenrechtsverletzung und muss entschieden bekämpft werden.


Um sexualisierte Gewalt in Zukunft besser bekämpfen zu können, ist eine konsequente Bestrafung der Täter von entscheidender Bedeutung. Das Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit bedeutet, dass Kriegsverbrecher zur Rechenschaft gezogen werden müssen, egal wo sie sich befinden. Dies erfordert jedoch politischen Willen und internationale Zusammenarbeit, damit kein Verbrechen unbestraft bleibt. Es ist an der Zeit, sexualisierte Gewalt im Krieg konsequent zu verurteilen und Massnahmen zum Schutz von Frauen und Mädchen in Kriegsgebieten zu ergreifen.

Die sexualisierte Gewalt im Krieg ist möglich, weil wir auch sexualisierte Gewalt im Frieden haben. Monika Hauser. Gynäkologin und Frauenrechtsaktivistin

Die Stärkung der Rechte von Frauen und die Bekämpfung patriarchaler Strukturen sind entscheidende Schritte auf dem Weg zu einer Welt, in der sexuelle Gewalt kein Ausdruck von Macht mehr ist. Weder im Krieg noch im Frieden.



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